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Besinnlicher Ausklang bei den FW

Mit einem besinnlichen Ausklang mit Gedichten, vorgetragen von Rosa Angrüner, beendeten die Freien Wähler Abensberg das Jahr 2010. Lesen Sie folgende Auszüge.

Wir bedanken uns bei unseren Anhängern, Freunden und Mitgliedern für die treue Unterstützung und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein erholsames und zufriedenes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ihr

Harald Hillebrand

Ortsvorsitzender der Freien Wähler Abensberg

Es weihnachtet... (Christkind und Finanzamt)

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen,
es war beim Finanzamt zu betteln und flehn.
Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer,
verlangt vom Christkind die Einkommensteuer.

Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,
dass das Christkind so viel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
wovon das Christkind dies finanziert.

Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her",
da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,
und die Erlöse wären anzugeben.

"Ich verschenke das Spielzeug an Kinder“
wollte das Christkind sich wehren,
Dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
wäre dieses jetzt besser zu sagen.

"Meine Zwerge besorgen die Teile,
und basteln die vielen Geschenke in Eile"
Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.

Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz.
"Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld",
Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt."

"Aus allen Ländern kommen die Sachen",
mit den wir die Kinder glücklich machen."

Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

Das Finanzamt - von diesen Sachen keine Ahnung -,
meinte, dies wär ein Fall für die Steuerfahndung.
Unter diesen Umständen, welch ein Graus,
fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.

Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,
und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Advent, das ist ein schöner Klang (Walter Müller)

   Advent, das ist ein schöner Klang, ein Wort, fast wie ein Gebet,
so wie ein Engelchorgesang, den lang nach Sonnenuntergang der Nachtwind herüber weht.
Advent, das ist ein zartes Licht, als ob eine Kerze brennt. Ein Wort, das sich leise spricht,
fast wie ein Kindertraumgedicht.

Doch wie schreiben wir dieses „Advent“?

„A“, wie abgekämpft, abgehetzt, Aktionsangebot und alles zuletzt, Anstrengung, Anspannung, Angst, allein. „A“, wie ganz außer Atem sein.
„D“, wie drängen, es drängt die Zeit und Weihnachten – Himmel – ist nicht mehr weit. Drunter und drüber und dies und das, Dauerstress ohne Unterlass.

„V“, wie vortäuschen und überhaupt irgendetwas vormachen, was man nicht glaubt. „V“, wie verschwenden, vergeuden, vergessen, Völlegefühl von zu viel essen.

„E“, wie Eile, in Eile sein, erschöpft in das Einkaufszentrum hinein, was exklusives, was keiner hat, mit eigenem Echtheitszertifikat.

„N“, wie Nerven, die Nerven verlieren. Dieser Advent geht mir voll auf die Nieren, und noch und noch und noch viel mehr, ach wenn doch schon endlich Neujahr wär.

„T“, wie tausend Termine, Torschlusspanik, Ob ich so viel verdiene, wie ich für diesen Trubel brauch? „T“, wie Trott, wie trostlos auch.

Das alles steckt in diesem Wörtchen „Advent“ und der Zeiger der Weihnachtsuhr rennt und rennt und Du musst ein bisschen stehen bleiben, dann kannst Du das Wort auch ganz anders schreiben:

„A“, wie Andacht, Aufmerksamkeit, achte auf andere alle Zeit, auch wenn die Anderen anders sind. Anders war auch das göttliche Kind.

„D“, wie Demut, Dankbarkeit, dankbar für Licht in der Dunkelheit. „D“, wie Datteln, Duftkerzenduft, „D“, wie Dasein, wenn man Dich ruft.

„V“, wie vergeben, versöhnen, verstehen, ganz ohne Vorurteil durchs Leben gehen. „V“, wie Vogelhäuschen bauen, so wie die Kinder völlig vertrauen.

„E“, wie Erwartung, wie echtes Empfinden. „E“, wie die Engherzigkeit überwinden und wie erbarmen und für jeden Gehör. „E“, wie ein Fingerhut Eierlikör.

„N“, wie Nachbar, den Nächsten lieben, Nüsse im Ganzen, Nüsse gerieben, Nachsicht, nachgeben und obendrein nie wieder irgendwem nachtragend sein.

„T“, wie Tränen trocknen und trösten, Tauet Himmel dem Erlösten. „T“, wie Traum und Toleranz und Tannenbäumchen Lichterglanz.

„Advent“ ist ein schöner Klang, ein Wort fast wie ein Gebet, so wie ein Engelchorgesang, den lang nach Sonnenuntergang der Nachtwind herüber weht.

„Advent“ und jetzt liegt es wohl an Dir, der diesen Begriff buchstabiert, ob aus dem „Advent“, diesem Wörtchen, auch wirklich Weihnachten wird.